Werbung*

Der Weber Genesis II EP-435 GBS im Test

Auf den ersten Blick ist der Weber Genesis II EP-435 ein beeindruckender Gasgrill mit riesiger Grillfläche und insgesamt 5 Brennern. Aber wie schlägt er sich im harten Alltag? Und wird er heiß genug?

Der Genesis II EP-435 im Überblick

…oder doch der Genesis II SP-435?

Zunächst mal vorab die Lösung für ein kleines Rätsel: Worin unterscheiden sich die beiden Modelle Genesis II EP-435 und der SP-435? Es ist eigentlich ganz einfach die Buchstabenkombination S P steht bei Weber für die S tainless- also Edelstahl-Variante, E P steht für Emaille. Die 5 am Ende der Zahl steht nach inoffiziellen Informationen für den geschlossenen Genesis. 35 ist in jedem Fall die Sear Station – ein zusätzlichen Brenner zwischen den rechten beiden Brennern. Damit soll sich zusätzliche Hitze für scharfes Angrillen erzeugen lassen.

Doppelwandig sind beide, es ist also mehr eine Frage des Geschmacks. Wobei meine Erfahrung ist, dass man auf den Edelstahl-Modellen jeden Fettspritzer sofort sieht, während Emaille etwas weniger anfällig ist.

TIPP: Zur Reinigung nehme ich bei Edelstahl-Grills natürlich Edelstahlreiniger. Allerdings machen Fingerabdrücke das Ergbenis schnell wieder unansehnlich. Deshalb benutze ich danach Neo-Blank, einen Reiniger für gewerbliche Anwendung. Neo-Blank sorgt dafür, dass eine Art leicht öliger Schutzfilm auf den Edelstahl aufgetragen wird. Und siehe da: Fingerabdrücke verlieren ihren Schrecken und die Wiederverschmutzung wird deutlich verlangsamt.

Technische Daten

Leistung:

  • Hauptbrenner: 14,07 kW (4 mit je 3,52 kW)
  • Sear-Station-Brenner: 2,64 kW
  • Seitenkocher: 3,52 kW

Maße:

  • Breite 166 cm
  • Tiefe 74 cm (bei geöffnetem Deckel 79 cm)
  • Höhe 119 cm (bei geöffnetem Deckel 159 cm)
  • Grillfläche: 86 x 48 cm
    • davon ca. 58 x 48 cm als indirekte Fläche nutzbar

Preis

Unverbindliche Preisempfehlung: € 1.799,-
Straßenpreis 11/2019: um € 1.600,-

Sonstiges

  • Die Seitentische sind nicht abklappbar
  • Eine Vorbereitung für das Digitale Thermometer iGrill 3 ist vorhanden, das Thermometer gehört aber nicht zum Lieferumfang. Ich schätze es, nie nach einem Thermometer suchen zu müssen, seitdem das iGrill 3 in dem Genesis eingebaut ist. Die Fühler sind im Unterschrank stets griffbereit.

Die Hitzeverteilung

Vergangene Generationen des Genesis II standen im Ruf, nicht richtig heiß zu werden. Ich selbst kann das nicht bestätigen, da ich nie einen Grill dieser Generation benutzt habe. Trotzdem muss der neue Genesis II in dieser Disziplin zeigen, was er kann.

Die GS4 Gasbrenner sind anders als bei allen mir bekannten Mitbewerbern nicht rund oder oval um Durchschnitt, sondern rechteckig. Unter den Brennern sind Edelstahlbleche, die Fett und Reste von herab tropfendem Grillgut (wie bspw. Käse bei geilen Burgern) auffangen. Auch hier zeigt sich wieder, dass Weber die Vermeidung von Fettbränden vor Augen hat (siehe unten).

Maximale Hitze

Wer sich für den Weber Genesis II EP-435 interessiert, dem muss man nicht erklären, dass insbesondere die indirekte Grillfläche entscheidend für die Vielseitigkeit eines Grills ist. Und deshalb starten wir unseren Temperaturtest mit dem typischen Setup für indirektes Grillen: Brenner ganz links und ganz rechts werden voll aufgedreht. Die anderen bleiben aus. Zwar hätte man beim EP-435 sogar noch Reserven, denn der zusätzliche Sear-Station Brenner wäre noch zuschaltbar. Aber uns geht es erstmal darum, die maximale indirekte Fläche so heiß wie möglich zu bekommen. Ergebnis nach 15 Minuten Vorheizen bei 15°C Außentemperatur: 250°C! Nochmal für den eiligen Leser:

Temperatur mit 2 Brennern: 250°C (!)

Ein sehr beachtlicher Wert, wenn man die Größe des Grills bedenkt.

Der zweite interessante Wert ist sicher, wie heiß der Rost über der Sear Station wird. Die Sear-Station ist – wie oben schon erwähnt – ein zusätzlicher Brenner zwsichen den ansonsten symetrisch angeordneten Brennern 3 und 4 von links aus gezählt. Dazu habe ich ein Infrarot-Laser-Thermometer Zur Hilfe genommen. Das Ergebnis war ebenfalls beeindruckend:

Temperatur auf Rosthöhe über der Sear-Station: 370°C

Zum Vergleich: Wenn man die Grillfläche für klassisches Grillen von bspw. Kotelett und Würstchen braucht und den Grill ohne Sear-Station und mit offenem Deckel betreibt, dann ist die Temperatur auf dem Rost “nur” bei 320°C.

Und wie ist es mit der Minimaltemperatur aus?

Wenn die zwei äußeren Brenner auf Minimum stehen und die mittleren beiden ganz aus sind zeigt das Deckelthermometer 120°C an – genau richtig für Pulled Pork oder Ribs.

Hitzeverteilung: Der Toastbrot-Test

Bei einem Grill in dieser Preisklasse muss der Weber Genesis II EP-435 natürlich nicht nur in der Disziplin maximale Temperatur performen, mindestens genauso wichtig ist die Temperaturverteilung. Dafür macht man am besten einen Toastbrottest. Ich mache den wie folgt:

Als erstes nehme ich die Roste raus, denn ich möchte ja die Strahlungs- und Konvektionshitze sehen, nicht die Kontakthitze durch ewig vorgeheizte Gussroste. Dann heize ich den Grill ausführlich für 15 Minuten vor. Die Roste kommen jetzt wieder in den Grill und werden flächig mit Toastbrot-Scheiben ausgelegt. Im Fall des Genesis II EP-435 brauchte ich 1 1/2 Packungen mit den großen Sandwichscheiben.

Toastbrottest beim Weber Genesis II EP-435

Das Ergebnis war beeindruckend und zeigt, wieviel Arbeit Weber in diese “Details” steckt. Denn die Verteilung war sehr gleichmäßig mit der zu erwartenden Konzentration im Bereich der Sear Station. Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Hier ist das Video dazu.

“Warum kann beim Genesis II EP-435 die Gasflasche nicht mit in den Unterschrank?”

Das hat keineswegs damit zu tun, dass die Weber Ingenieure das nicht hinbekommen würden (wie das bei Facebook gerne mal vermutet wird). Weber setzt andere Prioritäten:

  • Zum einen ist der Stauraum unter dem Grill einfach großartig! Darin lagere ich GBS-Einsätze, Aluschalen, Zubehör und vor allem die zusammengefaltete Abdeckhaube, wenn ich den Grill benutze.
  • Zum anderen ist insbesondere die beliebte 11-kg-Gasflasche im Grill bauartbedingt immer nur knapp unter den Brennern. Wer mal bei einem Fettbrand im Grill die Gasflasche zudrehen musste, weiß: das ist kein Spaß! Ist die hingegen neben dem Grill hat man in der Situation deutlich weniger Puls. Man dreht das Gas ab, macht den Deckel zu und lässt das Fett verbrennen.
  • Ein weiterer Punkt kommt noch dazu: Fettbrandvermeidung. Dazu muss ich etwas ausholen. Fettbrände entstehen häufig, weil Grillreste in der Wanne unter den Brennern zu Asche verkohlen. Tropft beim nächsten Grillen wieder Fett in die Auffangwanne, dann kann so ein kleiner Ascheberg wie ein Docht wirken, sich voll Fett saugen und durch die starke Hitze von oben entzünden. Ein Fettbrand ist die Folge, der nur mit einer Decke, Pulver- oder CO2-Löschern zu bekämpfen ist. Niemals mit Wasser! Um Fettbrände so gut es geht auszuschließen, ist es wichtig, Fett möglichst schnell und zuverlässig in die Abtropfschale zu leiten. Das geht insbesondere dann gut, wenn das Gefälle des Fettauffangs unter den Brennern möglichst hoch ist. Die Wanne sollte also möglichst steile Wände haben, damit sich Asche gar nicht erst Festsetzen kann. Und da die Höhe des Grills durch die ergonomische Arbeitsfläche vorgegeben ist, geht das mit der Gasflasche im Grill einfach nicht gut genug.

Optisch ist eine Gasflasche neben dem Grill natürlich kein Highlight. Ich behelfe mir so, dass ich die Gasflaschenschutzhülle nutze. Damit fällt die Flasche nicht auf und integriert sich wunderbar in der Halterung neben dem Grill.

Mein Eindruck

Der Weber Genesis II EP-435 ist ein leistungsstarker Grill, der in Sachen Vielseitigkeit seines Gleichen sucht: Eine reichhaltige Auswahl an Zubehör gibt es für das GBS-System, wie auch für das ETCS-System (s.o.).

Die Temperatur lässt sich von 120° bis 370°C bequem steuern. Und: Er hat definitiv genug Hitze, um ein Steak mit einer schönen Kruste zu versehen.

Rotisserie

Der Weber Genesis II EP-435 ist durch seine Breite wie gemacht für die Rotisserie – also das Grillen mit dem Drehspieß. Denn so findet neben dem Sonntagsbraten auch noch der Rotisserie-Korb Platz auf dem Spieß. Sehr praktisch um bspw. die Kartoffeln gleich mit zu grillen.

Alles im grünen Bereich also? Nicht ganz. Denn wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten. Das Design des Grills mit einem flachen Profil gefällt mir optisch sehr gut, führt aber dazu, dass nur schmale Braten auf dem Spieß Platz haben. Der Abstand zwischen Spieß und den Aromaschienen beträgt lediglich 14 cm. Das ist zwar genug für ein Brathähnchen oder eine Porchetta – aber eine große Haxe stieß in meinem Test schon an die Schienen. So oder so fehlt Platz, um darunter eine Tropfschale mit Gemüse oder Sauerkraut unter die Rotisserie zu stellen. Da kann Weber in meinen Augen nochmal nachbessern.

FAZIT

Pro:
+ Große Grillfläche, genügend Platz auch indirekt zu arbeiten
+ Sear-Station mit direkt darüber angeordnetem GBS-System
+ Hitze-Leistung insgesamt sehr gut
+ Unterschrank mit reichlich Platz für Zubehör und die Abdeckhaube
+ Abklappbares (Tuck-Away-)Warmhalterost mit Möglichkeit, Spieße und Schalen einzuhängen (Elevations Tiered Grilling System)
+ Gasflasche nicht im Grill (für mich ein klarer Vorteil, s.o.)

Negativ:
– Die Rotisserie (Zubehör, s.o.) bietet zu wenig Platz nach unten

Jetzt seid ihr dran: was sagt ihr zu Webers Ansatz, die Flasche außerhalb des Grills zu platzieren? Gefällt euch das Design? Habt ihr noch fragen? Schreibts in die Kommentare, dann haben alle was davon.

_________

*Werbung? So kennzeichne ich sämtliche Beiträge, für die ich PR-Samples, kostenlose Produkte oder einen Unkostenbeitrag erhalten habe. Es handelt sich trotzdem auf kuestenglut.de immer um meine ehrliche Meinung, denn inhaltliche Vorgaben akzeptiere ich nicht.